2020 – wie ich Corona erlebte

 Bis zum 5. April 2020 war der Coronavirus für mich persönlich zwar allzeit in den Medien präsent und im Alltag durch die Schutz-Maßnahmen, nicht jedoch gesundheitlich. Es war ein Sonntag und ich saß wie immer frühmorgens am Laptop, um Artikel für meine Kunden zu verfassen. Ich bin freiberuflicher Texter und lebe seit rund 8 Jahren in der Dominikanischen Republik. An diesem Sonntagmorgen bemerkte ich die ersten Symptome. Etwas fiebrig, unwohl und immer mehr das Bedürfnis, tief durchzuatmen. Nach zwei Stunden habe ich meine Arbeit abgebrochen und legte mich auf das Sofa im Wohnzimmer. Die Atemnot verstärkte sich. Dieses grauenhafte Gefühl, die Lunge nicht mehr vollständig mit Luft füllen zu können. Noch jetzt, fast genau einen Monat später, überkommt mich in der Erinnerung die Angst davor, wobei meine Atmung nach wie vor noch nicht wieder so funktioniert wie vor diesem Tag. Den Rest des Tages verbrachte ich liegend im Wohnzimmer, hin und wieder aufstehend und versuchend, mehr Luft in die Lungen zu pumpen.

Die erste Nacht, die darauf folgte, war unbeschreiblich. An Schlaf war nicht zu denken. Jedes Mal, wenn ich eindämmerte, weckte mich mein Körper mit dem Verlangen, den Mund aufzureißen und die Luft einzusaugen, so als würde meine Atmung nicht mehr unbewusst funktionieren, sondern müsste beständig von mir kontrolliert werden. Mehrmals dachte ich daran, die Ambulanz zu rufen, wurde mir aber auch gleichzeitig bewusst, in welchem Zustand sich das hiesige Gesundheitssystem befindet. Also ließ ich es, noch ging es, ich atmete flach und legte mich ebenso ganz flach ins Bett, obwohl ich eigentlich gerne zwei Kopfkissen nutze. So überstand ich diese Nacht und auch den nächsten Tag. Erst am dritten Tag wurde es etwas besser. Ganz langsam kam dieses wunderbar schöne Gefühl zurück, die Lungen wieder vollständig mit Luft zu füllen. Es dauerte jedoch Wochen mit schlaflosen Nächten und einer wirren Selbstmedikation meinerseits, bestehend aus Hustenmittel, Antibiotika, Moringa-Tee (ein Moringa-Baum wächst in meinem Garten), Melkfett, Vik Vaporub und bis heute Limonentee mit Honig sowie 2 Aspirin pro Tag. Ich bin immer noch kurzatmig, aber ich schlafe durch in der Nacht. Trockener Husten sowie hin und wieder leichte Schmerzen in der Brust beim Einatmen gehören ebenso noch dazu. Interessanterweise beobachte ich verschiedene Zustände des Wohlbefindens. Nachts im Bett ist jetzt alles normal. Nach dem Aufstehen scheint meine Lunge etwas Zeit zu brauchen, sich auf die körperliche Aktivität einzustellen. In den Mittagsstunden fühle ich mich am besten. Es war in den zurückliegenden 29 Tagen aber auch umgekehrt inklusive eines zweitägigen Rückfalls mit größerer Atemnot.

Insgesamt dauerte es gut zweieinhalb Monate, in denen es dreimal sehr kritische Situationen gab, in denen ich dachte, das es zu Ende geht, das ist kein Scherz und keine Übertreibung. Heute, Mitte Juli und fast 4 Monate nach den ersten Symptomen ist meine Lunge nach wie vor noch nicht wieder so wie vorher. Es geht mir trotzdem gut, inzwischen. Aber an Alle, die Covid19 nach wie vor für eine leichte Grippe halten, das ist es nicht. Schützt euch und wenn ihr jung seit und denkt, das betrifft euch nicht, dann denkt an eure Eltern und Großeltern, die betrifft es. Haltet Abstand und tragt, wenn notwendig, eine Mund-Nase-Maske.

Am 24. Mai werde ich 59 Jahre alt. Mit diesem Alter sowie Übergewicht und dem damit verbundenen Bluthochdruck gehöre ich in die Risikogruppe. Zu meinen Gunsten spricht, dass ich nie geraucht habe und nur selten Alkohol trinke. Hier auf der Insel Hispaniola scheint das Virus nicht so aktiv zu sein, obwohl es viele Dominikaner mit den Eigenschutzmaßnahmen nicht wirklich ernst nehmen und oft viele Menschen auf engem Raum leben. Es könnte an der aktuellen Hitzewelle liegen. Jeden Tag über 30 Grad und eine ungefähr doppelt so hohe UV-Strahlung wie im Hochsommer in Deutschland. Nach dem, was ich über das Virus gelesen habe, ist es von so einem Klima nicht begeistert. Angeblich soll hier in zwei Wochen die abendliche Ausgangssperre (von 17 bis 6 Uhr) aufgehoben werden. Das käme gerade recht zu meinem Geburtstag. Hoffentlich sind dann die Symptome gänzlich verschwunden, denn so ein paar kühle Bier zur Feier des Tages habe ich mir nach dieser Zeit einfach verdient.

Der Held in der Familie

 Diese Geschichte ist wahr, jedoch stammt sie aus einem in Französisch abgefassten Bericht, der dazu noch unvollständig ist. Die Übersetzung gestaltete sich schwierig, auch deshalb, weil Abkürzungen aus dem französischen Militärjargon des Zweiten Weltkrieges verwendet wurden.

In diesem Bericht geht es um einen französischen Arzt mit Namen Hollecker, auf den ich im Zuge meiner persönlichen Ahnenforschung stieß. Irgendwie muss er mit mir verwandt sein, denn der Nachname Hollecker kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf im Elsass, von dem alle anderen Hollecker, auch die deutsche Linie, abstammen.

Die ganze Geschichte spielte sich in einem winzigen Dorf in Nordfrankreich ab, in Leglantiers. Das ist ein Nachbarort der Gemeinde Aubigny. In diesem Aubigny liquidierte am 24. Mai 1940 die 13. Infanteriedivision der Wehrmacht 50 verwundete Soldaten der Tirailleurs sénégalais. Das war eine Einheit des französischen Heeres, die nur aus Männern bestand, die aus dem ehemaligen Französisch-Westafrika (heute Senegal) kamen und entsprechend dunkelhäutig waren. Der Grund für die Erschießungen war einzig und allein die Hautfarbe der Soldaten. Die 13. Infanteriedivision gehörte nicht zur Waffen-SS, sondern zur Wehrmacht. Dass nur als Hinweis darauf, dass die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg genauso rassistische Verbrechen beging wie SS oder Waffen-SS. Nach der Genfer Konvention hätten die 50 verwundeten Soldaten versorgt und dann in die Gefangenschaft überführt werden müssen.

Diese Erschießungen sollten in einem Nachbarort, eben in Leglantiers, fortgesetzt werden, doch genau dort begann die Geschichte des Helden in der Familie Hollecker. Nachfolgend nun der unvollständige Bericht in der Übersetzung aus dem Französischen:

Leutnant Hollecker, der Arzt der 24-Stunden-RTS, der die Erschießung von fünfzig verwundeten Afrikanern in Aubigny aufgezeichnet hatte, betreute in der Nacht von g auf Juni zwölf verwundete Tiraillcurs im Keller eines Hauses. Hollecker, der fließend Deutsch sprach, hoffte, sie zu retten, indem er sich den Deutschen ergab. Als er Schreie und Schüsse hörte, die er den nahe gelegenen Hinrichtungen von Tirailleuren zuschrieb, verließ er den Keller und rief eine Gruppe von zehn deutschen Soldaten auf. Er identifizierte sich als Arzt und forderte die Soldaten auf, seine verwundeten Männer zu retten, die er gemäß den Konventionen über die Kriegsführung bewaffnet hatte. Als die Gruppe jedoch vor dem Haus ankam, um die Verwundeten zu schützen, fragte einer der Soldaten, ob sich dort Schwarze befänden. Als der Soldat hörte, dass alle Verwundeten Schwarze waren, ging er zur Entlüftungsöffnung des Kellers, riss die Decke ab und war bereit, seine Handgranate abzuschießen. Hollecker sprang fast auf den Soldaten und appellierte an seine menschlichen Gefühle. Ein Deutscher, der sich als Missionar ausgab, kam Hollecker zu Hilfe. Dies war genug, um das Massaker zu verhindern, und die Gruppe deutscher Soldaten half Hollecker, die Verwundeten aus dem Keller zu einem sichereren Ort zu bringen
Währenddessen versuchten Gruppen von Westafrikanern und verstreuten weißen Soldaten und Offizieren, die Verteidigungslinie zu durchbrechen, die die Deutschen im Süden errichtet hatten. In Erguinvillers wurden viele nach kurzem Kampf von den Deutschen gefangen genommen. Nach der Trennung von weißen und schwarzen Soldaten. Die Deutschen stellten Maschinengewehre auf und begannen, die Schwarzen zu erschießen. Diejenigen, die zu fliehen versuchten, wurden ebenfalls getötet. Bei Lucien Carat. Ein Offizier der 16. RTS, protestierte, deutsche Offiziere antworteten, dass einige Tirailleure versucht hatten zu entkommen, indem sie deutsche Wachen mit ihren Coupé-Reupes verwundet hatten. Carrats Forderung, Beweise für das Verbrechen zu sehen, wurde abgelehnt und ihm wurde gesagt, dass "eine minderwertige Rasse es nicht verdient.

DEUTSCHE INKONSISTENZEN

 Es wäre verlockend, die Untersuchung an dieser Stelle abzuschließen und zu der Schlussfolgerung zu gelangen, dass die Deutschen schwarze Kriegsgefangene getötet haben, weil sie von einem halluzinatorischen Rassismus besessen waren, der sie dazu veranlasste, schwarze Soldaten als illegitime Kämpfer abzusichern. Dies würde jedoch den komplexen Gegebenheiten der Logo-Kampagne nicht gerecht. Trotz der weit verbreiteten Antiblack-Vorurteile. Die Aktionen deutscher Einheiten gegenüber schwarzen Kriegsgefangenen waren höchst inkonsistent. Einige töteten schwarze Kriegsgefangene, andere nicht. Oft gab es sogar innerhalb derselben Einheit Inkonsistenzen. Trotz des Mangels an genauen Zahlen können wir plausibel sagen, dass die Mehrheit der schwarzen Kriegsgefangenen nach der Gefangennahme nicht getötet wurde. '
In Ermangelung einer allgemeinen Anordnung in Bezug auf schwarze Kriegsgefangene scheint es, dass jeder Beamte seine eigene Entscheidung über die Behandlung dieser Gefangenen treffen musste. Diese Autonomie ermöglichte es gefangenen französischen Offizieren, auf die deutschen Kommandeure Einfluss zu nehmen, und verursachte große Unstimmigkeiten. Manchmal könnte ein französischer Appell an die menschlichen Gefühle der Deutschen helfen. Wir haben gesehen, wie Dr. Hollecker ein Massaker an Verwundeten abgewendet hat.

Ich habe versucht, mehr über diesen Dr. Hollecker herauszubekommen, doch vergeblich. Er taucht außer in diesem Kriegsbericht nirgends auf, obwohl ich auch französische Quellen bemühte.

Im 17. Jahrhundert fing es an, vermutlich

Der älteste dokumentierte Hollecker war ein Andre oder Andreas Hollecker, der entweder 1685 oder 1695 (zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV) in Schirmeck oder Natzwiller auf die Welt kam. Die beiden Ortschaften liegen dicht nebeneinander, etwa 100 Kilometer westlich von Straßburg. Frankreich ist eindeutig das Stammland der Hollecker. In der genealogischen Datenbank werden 1.211 Hollecker, die in Frankreich geboren sind, aufgeführt. Gefolgt von den USA mit 73 nachgewiesenen Geburten, Österreich mit 19, Deutschland mit 13 und im Weiteren gibt es den Namen auch in Kanada, Russland, Belgien, Ungarn, der Ukraine und der Schweiz.

Wer einen eher seltenen Nachnamen hat, kann hier auch mal auf die Suche gehen. Für Allerweltsnamen wird es jedoch schwierig. Müller, der häufigste Nachname, ist über 1,1 Millionen Mal gelistet, auch Schneider und Schmidt gibt es über 1 Million Mal, gefolgt von Muller, auch über der Millionengrenze und erst der Name Weber taucht „nur“ 960.000 Mal auf.

Wie funktionierte die Namensbildung bei Hollecker?

Während es bei Nachnamen wie Müller recht einfach ist, den Nachnamen herzuleiten, weil vermutlich ein Vorfahre Mehl gemahlen hat, ist das bei seltenen Nachnamen schwieriger. Meine Vermutung geht dahin, dass sich einer meiner Vorfahren mit dem Sammeln von Eicheln beschäftigte, die früher auch Ecker genannt wurden. Also hohl Eckern = Hollecker. Eichelsamen waren früher ein häufiger Bestandteil der Nahrung, zumal es zu dieser Zeit weit mehr Eichenbäume in Europa gab als heute. Noch in den beiden Weltkriegen dienten Eicheln als Ersatzkaffee.

So also kam der Name Hollecker in die Welt und zumindest einer aus dieser Sippe darf mit Recht die Bezeichnung Held tragen, ich bin es jedoch nicht.

Leben und Sterben in der Karibik

 Eine etwas seltsame Art, eine Liebeserklärung abzugeben.

Es stirbt sich leicht in der Karibik. So schön die Tropen sind, so einfach ist es hier, die Grenze zwischen Leben und Tod zu überschreiten. Die Gefahren lauern auf vielerlei Art und sie sind beileibe nicht nur auf unbedarfte Touristen oder Auswanderer begrenzt. Der Karibik-Insulaner ist davon sogar noch stärker betroffen. Je nach Insel und deren politischem Staatengebilde fehlt es beispielsweise an Medizin oder gut ausgebildeten Ärzten. Zugleich nimmt der Verkehr rasant zu und rasant ist dabei wörtlich gemeint. Der größte Teil der unzähligen Motorradfahrer und Autobesitzer hat nie eine Fahrschule von Innen gesehen oder wenn doch, dann nur um das Bestechungsgeld für den Prüfer abzugeben, der dann die Lizenz aushändigt. Entsprechend dieser „Ausbildung“ finden sich in der weltweiten Statistik zu tödlichen Verkehrsunfällen einige Karibikinseln regelmäßig unter den ersten Zehn. Eventuelle Kontrollen durch die Verkehrspolizei sind „bezahlbar“, wobei es wie in einem Bußgeldkatalog Staffelungen gibt. Der Tourist zahlt natürlich mehr als der Einheimische und der Einheimische wiederum bezahlt in der Höhe des Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsgrades zum kontrollierenden Polizisten. Fairerweise muss zugegeben werden, dass langjährig ansässige Einwanderer von diesem System ebenso profitieren. Vor allem dann, wenn sie es geschafft haben, die Sprache des Landes wenigstens Ansatzweise zu lernen und ein paar der demokratischen Denkweisen aus der alten Heimat im smaragdgrünen Wasser der Karibik zu versenken.


Neben Krankheiten, die in Mitteleuropa in dieser radikalen Form gänzlich unbekannt sind, oder rasenden sowie gleichermaßen betrunkenen Auto-, Lastwagen-, Omnibus- und Motorradfahrern in und auf Fahrzeugen, die dem Begriff „verkehrstauglich“ nicht im Geringsten entsprechen, ist es eine sehr niedrig angesetzte Hemmschwelle, rohe Gewalt anzuwenden, wenn es dem oder derjenigen angemessen erscheint, um vom Dasein ins Jenseits befördert zu werden.


Vielleicht hat es der eine oder andere schon erraten, dass die bisherigen Ausführungen auf die Dominikanische Republik gemünzt sind, wobei sich dies alles durchaus auch auf andere Karibikstaaten übertragen lässt. Im Nachbarstaat Haiti ist die Gefahr eines vorzeitigen Todes sogar noch ein bisschen größer, auf Jamaika verhält es sich ähnlich und auf den Inseln der kleinen Antillen kommt es darauf an, ob ein ordnender Staat aus Europa die Regierungsgewalt innehat, etwa England, Frankreich oder die Niederlande.


Doch zurück in die Dominikanische Republik, in der der Verfasser dieser Zeilen seit nunmehr sieben Jahren lebt und erst kürzlich einmal mehr erfahren durfte, was es bedeutet, seine Schulden nicht zu begleichen, zum Glück nicht am eigenen Leibe. Der Fahrer eines Motorradtaxis schuldete einem Polizisten 500 Peso, das sind umgerechnet etwa 9,50 Euro. Der Polizist, der nunmehr mehrere Wochen auf die Begleichung der Schuld wartete, schien am Ende seiner Geduld und suchte seinen Schuldner an dessen Standplatz auf, nur etwa 100 m von meiner Wohnung entfernt. Wie in anderen südlichen Ländern auch, wird zuerst viel diskutiert und dies mit reichlich Gefühl, Herzschmerz und der blumenreichen Schilderung der möglichen Folgen sowohl für den der seine Schuld bezahlen soll als auch für den, der auf sein Geld wartet. In diesem Fall beendete der Polizist die Diskussion nach einiger Zeit dadurch, dass er seine Dienstwaffe zog und seinem Schuldner ins Bein schoss. Im nachfolgenden Tumult konnte nicht festgestellt werden, ob die 500 Peso zurück zum Polizisten gelangten und ob dieser angesichts der Übertretung seiner Dienstbefugnisse eventuell in Haft genommen wurde. Meines Wissens ist der Polizist nach wie vor im Dienst, inklusive Pistole, und der Motorradtaxifahrer im Krankenhaus.


Das sind nun keineswegs unglaublich seltene Einzelfälle. Der Beruf des Polizisten ist in der Dominikanischen Republik durchaus begehrt und genommen wird eigentlich jeder, wobei es nicht üblich ist, ein psychologisches Profil vor der Einstellung erstellen zu lassen. So kommt es, dass diesen Job jede Menge Personen ausüben, die eigentlich besser von der Gesellschaft ferngehalten werden oder zumindest keine Waffe besitzen sollten. Nicht wenige der Polizisten haben den Beruf genau deswegen ergriffen. Nach der recht kurzen Ausbildungszeit erhält jeder frisch gebackene Polizist seine Dienstwaffe, die er oder sie auch in der Freizeit tragen darf. Freizeit bedeutet relativ oft, dass mit der Dienstwaffe Überfälle begangen werden, um das Gehalt von etwa 300 Euro pro Monat etwas aufzubessern. Es gibt in der Dominikanischen Republik keine kriminelle Sparte, in der nicht Polizisten oder Militärangehörige mitmischen.


Die Armee ist die zweite beliebte Art und Weise, eine Waffe zu erhalten, wobei hier sogar großkalibrige Geräte möglich sind. Das Bewachen von Gebäuden, die zum Militär oder die einem höherrangigen Militär gehören, ist eine der häufigsten Aufgaben junger Rekruten. So hat sich ein General schon vor einigen Jahren einige Straßen von mir entfernt eine prächtige Villa hinstellen lassen, finanziert durch die Bestechungsgelder der Drogenmafia und durch den Verkauf von Mahagoni-Bäumen, die eigentlich geschützt sind, aber auf seinem Baugrundstück im Wege waren. Das Grundstück selbst, einige Tausend Quadratmeter Land mit Waldbestand, hat der General einfach requiriert und da Kritiker solcher Taten eine noch kürzere Lebenszeit besitzen, sagte auch niemand etwas Negatives dazu. Diese Villa wird seit ihrer Erbauung rund um die Uhr von Rekruten der nahe gelegenen Armee-Basis bewacht. Diese bekommen wahlweise ein Sturmgewehr, eine Pumpgun oder eine MP in die Hand gedrückt und langweilen sich sodann 8 Stunden lang zu Tode. Beim Schichtwechsel nehmen sie das geladene Gewehr mit nach Hause. Vor etwa 2 Jahren schoss damit einer dieser Rekruten, der in direkter Nachbarschaft zu mir wohnte, auf Katzen, die in der Nacht auf seinem Blechdach spielten. Die Villa des Generals, für die unzählige Mahagoni-Bäume geopfert wurden, steht übrigens seit Jahren leer, da es der Militär vorzieht, in der Hauptstadt Santo Domingo zu leben.


Das sind nur wenige Beispiele, die in ähnlicher Form täglich in den Nachrichten zu sehen sind. Da werden sich doch einige Leser fragen, warum ich hier lebe? Warum setzte ich mich der erhöhten Gefahr eines vorzeitigen Ablebens aus, statt im rundum sicheren Deutschland mein Dasein zu fristen?


Weil es sich hier für mich unkompliziert leben lässt.


Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass dieses unkomplizierte Leben auf Rassismus basiert. Wobei ich selbst von mir behaupten kann, kein Rassist zu sein, aber ich profitiere davon, ob ich will oder nicht. Wie jede der Karibikinseln, die in der Kolonialzeit für das Anpflanzen von Zuckerrohr missbraucht und dazu Sklaven aus Afrika eingeführt wurden, setzt sich die Bevölkerung aus dunkelhäutigen, braunen und hellhäutigen Menschen zusammen. Dunkelhäutige Menschen haben es auch heute noch schwer, sich emporzuarbeiten. Viele Stellen in der Wirtschaft bleiben Dunkelhäutigen einfach aufgrund ihrer Hautfarbe verwehrt. Nicht umsonst führen die Apotheken und Supermärkte des Landes spezielle Cremes, die die Haut aufhellen sollen, jedoch mit wenig Erfolg für den oder weit häufiger für die Kundin.

So wie in den USA eine große Schicht schlecht verdienender Schwarzer zugleich den Hauptteil der Kriminellen ausmachen, so sind es auch in der Dominikanischen Republik die Dunkelhäutigen, die zu Verbrechern werden, manchmal aus Neid auf eine reiche weiße Oberschicht, oft aber auch aus der Not heraus. Deshalb konzentriert sich die Strafverfolgung auf die schwarze Bevölkerungsschicht, die zudem nicht über die Mittel verfügt, sich bei Polizisten und Staatsanwälten freizukaufen. Ich profitiere in dem Sinne davon, dass ich als Weißer in Ruhe gelassen werde. Meldepflicht gibt es hier auch keine und wer sich nicht absichtlich auffällig benimmt, hat hier kaum zu befürchten, dass sich staatliche Organe mit ihm oder ihr befassen. Mit ein Grund, weshalb die Dominikanische Republik bei Verbrechern aus den Staaten oder Europa ein beliebter Ort ist, um unterzutauchen. Hin und wieder wird in den Nachrichten davon berichtet, das Zielfahnder von Interpol einen international gesuchten Verbrecher aufspürten, die unentdeckt gebliebene Dunkelziffer dürfte das kaum beeinträchtigen.


Hunger ist bei einem nicht geringen Teil der Bevölkerung in der Dominikanischen Republik ein durchaus täglich vorkommendes Gefühl, das hier keineswegs mit dem Griff zur Kühlschranktür befriedigt werden kann. Das führt zu einem weiteren Thema, der Lebensmittelversorgung in der Dominikanischen Republik. Eigentlich ist diese Insel ein Paradies mit unglaublich fruchtbarem Boden und verschiedenen Klimaregionen, wobei diese auf über 2000 m über dem Meeresspiegel führen. Hier wachsen Äpfel, Trauben, Erdbeeren, Mangos, Kirschen, Ananas, Avocados, Granatäpfel, viele verschiedene Gemüsesorten und Salate jeder Art. Schweine, Rinder und Hühner werden nicht in Massentierhaltung aufgezogen und deswegen auch nicht mit Antibiotika vollgepumpt. Trotzdem heißen die Hauptnahrungslieferanten auf der Insel Nestle und Unilever sowie deren Tochtergesellschaften.


Ein perfides System der Geldvermehrung an den Ärmsten der Armen.


Wenn in Deutschland ein Kunde einen Supermarkt betritt, dann kaufen er oder sie in den sogenannten handelsüblichen Mengen ein. Diese sind in Europa meist in Kilo, Pfund, vielleicht auch mal hundert Gramm sowie Liter, Halbliter oder 350 ml eingeteilt. Gerne werden bestimmte Artikel auch in 5 oder 10 Kilo beziehungsweise Litermengen abgegeben. In der Dominikanischen Republik wie in anderen Karibikstaaten oder in Mittel- und Südamerika haben sich die Nahrungsmittelriesen, allen voran Nestle, etwas Tolles ausgedacht, damit die Bevölkerung von ihren Produkten profitieren kann, ohne das Einkommen eines Mitteleuropäers vorzuweisen. Allerdings profitieren in Wirklichkeit nur Nestle und Co davon. Der Trick besteht darin, dass zum Beispiel Öl, Essig, Ketchup oder Mayonnaise in winzigen Packungen mit nur wenigen Gramm Inhalt verkauft werden. Natürlich in einzelnen Plastikverpackungen, damit der Plastikmüllhaufen auch schön weiter wächst. Diese winzigen Verpackungseinheiten werden zu einem Preis angeboten, den sich die Einheimischen leisten können. Umgerechnet jedoch auf zum Beispiel einen Liter sind diese winzigen Mengen unglaublich teuer. Anhand von Speiseöl habe ich das einmal ausgerechnet. Der Verkaufspreis des Öls in der Literflasche kommt umgerechnet auf etwa 90 Eurocent. Wird die gleiche Menge aufgeteilt auf die Mini-Packungen, beträgt der Erlös ungefähr 2,70 Euro.


Das funktioniert auch deshalb so gut, weil es gerade in den ärmeren Bevölkerungsschichten an Schulbildung mangelt. Selbst einfache Rechenaufgaben werden von den meisten Menschen mithilfe des unvermeidlichen Smartphones bewältigt und größere Kalkulationen oder Überlegungen zu mathematischen Zusammenhängen sind kein Bestandteil des täglichen Lebens. Am schlimmsten ist die Perversität der Lebensmittelmultis jedoch in Bezug auf die Kleinkinder zu sehen. In den knallbunten privaten Fernsehsendern wird allüberall Milchpulver als Babynahrung angepriesen, und zwar in einem derartigen Ausmaß, das die oft sehr jungen Mütter gar nicht auf die Idee kommen, ihr eigenes Kind zu stillen, sondern kräftig Milchpulver von Nestle oder Unilever kaufen. Dessen gesundheitliche Nachteile für Kleinkinder gegenüber Muttermilch sind längst nachgewiesen, doch sind dominikanische Mütter kaum an kritischer Berichterstattung interessiert. Vielmehr sind es die täglichen Telenovelas, die ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Zumal kritische und gut recherchierte Berichterstattung im Dominikanischen Fernsehen mit der Lupe gesucht werden muss und der Zensur unterliegt.


All dies hält mich aber nicht ab, weiterhin hier zu leben und vielleicht auch einmal hier zu sterben. Als Europäer, mit relativ gesichertem Einkommen aus meiner Arbeit im Internet, kann ich die Sonne, die Wärme und das karibische Meer genießen. Ich helfe dabei aber auch, wo es möglich ist und es meine Mittel erlauben. Dabei wächst mit den Jahren die Erfahrung und so manche Klippe lässt sich dadurch leichter umschiffen. Zugleich kennen mich meine dominikanischen Nachbarn und ich kenne sie, was wiederum dafür sorgt, das ich in deren Augen nicht der reiche Fremde ohne Berührungspunkte bin, den so viele in den verschiedenen abgeschirmten Ausländervierteln darstellen.


Ich liebe mein Leben, wenn ich früh am Morgen aufstehe, die Kampfhähne des Nachbarn die aufgehende Sonne lautstark begrüßen, meine Katzen nach Futter miauen, während der Computer hochfährt und die Kaffeemaschine sprotzelt. Wenn die Temperatur schon um sechs in der Früh über 28 Grad liegt und auf der Straße die Betriebsamkeit langsam zunimmt. Ich habe seit Jahren weder lange Hosen noch Socken getragen und sehe zu jeder Jahreszeit blühende und grüne Büsche und Bäume vor dem Fenster. Mein gemietetes Haus kostet mich nur wenig und auch Strom, Wasser und Internet sind bezahlbar. All dies gleicht die Miseren dieses Landes wieder aus und ändern kann ich das so oder so nur in ganz winzigen Ansätzen, aber auch nur, weil ich hier und nicht in Deutschland lebe.


Ist Deutschland überhaupt noch lebenswert?


Ja und Nein. Natürlich bin ich froh um meinen deutschen Reisepass und die Möglichkeit, im Ernstfall zurückkehren zu können. Ich bin nicht so dumm, die Vorzüge der alten Heimat zu verleugnen. Manchmal vermisse ich zum Beispiel die Stille und die Schönheit meiner südbadischen Heimat, aber auch den Großstadtflair von Frankfurt am Main, den ich vor meiner Abreise in die Karibik 13 Jahre lang genießen durfte.


Jedoch schon zu der Zeit, als ich noch in Deutschland lebte, erkannte ich den unheilvollen Weg, den die Politik eingeschlagen hat. Eine Politik, die mehr und mehr eine Zwei-Klassen-Gesellschaft einrichtet, in der der Anteil der armen Bevölkerung genauso wächst wie der Reichtum des Geldadels. Eine Politik, die soziale Leistungen immer stärker einschränkt und dem kleinen Bürger immer höhere Steuern aufbürdet, während für höhere Einkommen Lücken zur legalen Steuerflucht geöffnet werden und illegale Steuertricks nicht unterbunden werden. Eine Politik, die zudem die armen Bevölkerungsschichten gegeneinander aufhetzt. Der Hartz4-Empfänger prügelt auf den Asylanten ein und die Menschen im riesengroßen Niedriglohnsektor schimpfen auf Arbeitslose. Währendessen schrumpft mit jeder in Rente gehenden Generation der gut verdienende Mittelstand und wird durch Leiharbeitnehmer und ewige Praktikanten ersetzt. Deutschland befindet sich auf einem gefährlichen Weg, der wieder dahin führt, wo dieses Land zum Ende der Weimarer Republik schon einmal war. Die zu Recht unzufriedenen werden wieder nach dem starken Führer rufen, der vorgeblich alles in Ordnung bringt und da er oder sie dies nicht so einfach kann, werden wieder Sündenböcke gesucht und fraglos gefunden, um ihnen die Schuld zu geben. Eine Schuld, die von Politikern verursacht wurde und nach wie vor wird. Von Politikern, die sich über viele Jahrzehnte sicher sein konnten, immer wieder gewählt zu werden. Politikern, die sich zugleich immer stärker in das fein gestrickte Netz der Wirtschafts-Lobbyisten wickeln lassen.


Bleibt zu hoffen, dass der Wähler dies in der Weise abstraft, das die BRD irgendwann in naher Zukunft nicht auch vom Regen in die Traufe gelangt wie damals im Jahr 1932. Der Reichskanzler Hitler war eine grauenvolle Katastrophe, der Bundeskanzler Gauland wäre es genauso.


Ich für meinen Teil beobachte das Geschehen von Hispaniola aus….womit ein bisschen meine Träumereien aus der Jugend in Erfüllung gingen. Von der älteren Generation erinnern sich sicher einige an den Fernseh-Vierteiler: „die Schatzinsel“ und manche auch an das gleichnamige Buch von Robert Louis Stevenson. Darin segelten die Helden der Geschichte auf dem Schiff Hispaniola eben zur Schatzinsel, was für mich eine der ersten Berührungspunkte mit der abenteuerlichen Welt der Karibik war. Allein die Namen der Protagonisten von damals lassen die Bilder wieder aufleben. John Silver, Kapitän Smollet und natürlich Israel-Hands, um nur ein paar davon zu nennen, die unter südlicher Sonne nach Gold und Silber suchten. Nach Schätzen suche ich nicht mehr. Vielmehr habe ich mir ein recht gemütliches Leben eingerichtet, das mir so wie es ist, ganz gut gefällt.












Reise ins Paradies

 Das Boot schwankt. Es schwankt und rollt, auf und ab, auf und ab. Es hört nie auf. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir schon auf dem Meer treiben. Vor ein paar Tagen gab der Motor seinen Geist auf. Die ersten Minuten, nachdem die Maschine abgestorben ist, kam leichte Panik auf, Unruhe, während der Bootsführer fluchend versuchte, das Ding wieder anzuwerfen. Nach einer Stunde gab er erst mal auf. In den nächsten zwei Tagen versuchte er es immer wieder, wobei weder Werkzeug noch Fachkenntnisse an Bord waren, die uns weiterhelfen konnten. Jetzt treiben wir, fast schon eine kleine Ewigkeit.

Die Abfahrt. Als ich zusammen mit meiner Frau und unserem kleinen Sohn mitten in der Nacht am Strand ankam und mit den anderen von dem uralten Laster stieg, der uns die letzten Kilometer unseres langen Weges durch die Wüste dorthin brachte, wusste ich nicht, wie klein das Boot und wie riesig das Meer war. Weder meine Familie noch ich wussten überhaupt, was „Meer“ bedeutete. In unserer Heimat gab es kein Meer. Wassertümpel und ein kleiner Fluss, der über das Jahr manchmal austrocknete, waren die einzigen Gewässer, die wir kannten. Nun standen wir am Strand, es war kalt und der Wind trug die Feuchtigkeit von den Wellenkämmen in unsere dürftige Kleidung, die in den Monaten, die wir nun schon unterwegs waren, immer fadenscheiniger geworden ist. Doch dort drüben, irgendwo hinter dem Horizont, da wartete das Paradies für mein Kind und meine Frau. Das Paradies, von dem die Männer erzählten. Von dem Land Europa, in dem alle genug zu essen und zu trinken hatten. In dem soviel Geld verdient werden konnte, das die Schulden bei der Familie zu Hause beglichen und darüber hinaus geholfen werden konnte. Ich träumte davon, meinem Vater so viel Geld zu schicken, das er ein richtiges Haus aus Ziegeln davon baute. Ich sah mich schon als Sohn, der in einem großen Wagen zurückkehrte, mit Geschenken für die Kinder des Dorfes, meine schöne Frau und mein Sohn an meiner Seite.


Mir ist schlecht. Meine Frau verträgt das ewige Geschaukel besser. Unser Kind sitzt schon seit Tagen mit gesenktem Kopf da. Er hat Fieber und kann sich nicht hinlegen. Es gibt noch nicht einmal eine Decke, die ich ihm geben könnte, um ihn zu wärmen. Immerhin sorgt die drangvolle Enge dafür, dass durch die Körperwärme der anderen die beißende Kälte des Seewindes, der niemals schläft, nicht so stark an unseren Kräften zehrt. Wir haben Hunger, aber was noch schlimmer ist, es ist kaum noch Trinkwasser da. Jedem von uns klebt die Zunge am Gaumen und das Schlucken ist eine mühsame Qual. Wie groß ist die Versuchung, einfach über den Bootsrand zu greifen, um etwas Meerwasser zu trinken. Doch die anderen, die mehr Erfahrung mit dem Meer haben, warnten uns eindringlich, davon zu trinken. Ein Fischer erzählte, wie er schon einmal in die Lage kam, dass er und seine Kollegen auf dem Meer trieben und kein Frischwasser mehr hatten. Er erzählte, wie sein Freund es nicht mehr aushielt und gierig das Meerwasser nahm, um seinen Durst endlich zu löschen. Er erzählt, wie sein Freund immer mehr Wasser trank, weil sein Durst immer größer wurde und er erzählt, wie die Schmerzen kamen, als die Nieren begannen zu versagen. Schmerzen, als würde jemand beständig ein Messer im Rücken herumdrehen. Drei Tage, so erzählte der Fischer, kämpfte sein Freund und als das Ende endlich kam, hörte das Schreien und Stöhnen auf und sie gaben ihn dem Meer.


Wir treiben. Wir wissen nicht, wo wir sind. Jeden Tag das dunkle Grau des Meeres, dessen Wellen mir, der es nicht kennt, bedrohlich groß vorkommen. Die Sonne sticht auf uns herab und jeder hat entzündete Augen und Pusteln im Nacken und am Kopf. Der Horizont, dieser vor ein paar Tagen noch so mit Hoffnung erfüllte Horizont, sagte uns nichts mehr. Nur eine Trennlinie in der Ferne. Schnurgerade teilt sie das Meer vom Himmel, Tag für Tag. Kein Punkt, kein Schiff, keine Küste, die dem Auge Halt und Ziel geben könnte. In der letzten Nacht ist eine Frau gestorben, in der Nacht zuvor ein kleines Kind in den Armen seiner Mutter. Beide wurden sie über Bord geworfen. Die Mutter weinte nur noch still vor sich hin, keine Kraft mehr für Klagen und Schreien.


In der nächsten Nacht änderte sich das Wetter. Der Wind wurde stärker und das Schaukeln des Bootes nahm zu. Der Mond, der sonst sein spärliches Licht auf uns warf, war von Wolken bedeckt und so sahen wir nicht einmal die Hand vor den Augen. Wir mussten uns an der Leine festhalten, die rund um den Bootsrand gespannt war. Die Angst um meine Familie und um mich selbst wurde riesengroß. Das Boot schaukelte nun nicht mehr, es wurde nun immer wieder hoch angehoben, um dann in ein Wellental zu fallen. Jedes Mal kam es dabei in eine Schräglage, die es fast zum Umkippen brachte und das Wasser schwappte über uns hinweg. Das Meer brüllte und tobte und wir klammerten uns an das dünne Seil des Bootes, um nicht von diesem unersättlichen Monster verschlungen zu werden. Das ging die ganze Nacht so und als endlich die Morgendämmerung anbrach, wurde es nicht besser, doch jetzt konnten wir sehen, wie die Wellen heranrollten, mehrere Meter hoch, und uns vor sich hertrieben. Wie sich jedes Mal eine Wand aus Wasser vor dem Boot aufbaute, es dann anhob, um uns wieder fallen zu lassen, damit die nächste Welle das grausame Spiel fortsetzen konnte. Es sollte noch Stunden dauern und erst als sich der Tag bereits wieder dem Abend zuneigte, wurde es ein bisschen ruhiger. Aber nicht nur das, es setzte Regen ein und wir alle hielten unsere Gesichter nach oben, um soviel wie möglich von dem kostbaren Nass abzubekommen. Wer ein Gefäß hatte, hielt es in den Regen und wer nicht, nutzte seine Hände. Nur das Wasser, das in das Boot fiel, konnte nicht getrunken werden, weil es sich mit dem Meerwasser vermischte, das den Boden bis über die Knöchel unserer Füße bedeckte. Trotzdem waren wir fast ein bisschen glücklich.


Der Sturm flaute ab. Wir dankten Gott, dass wir es überlebt hatten. Das bisschen Wasser aus dem Regen erfüllte uns wieder mit frischem Mut, vor allem uns Neulinge, die das Meer nicht kannten. Allerdings kamen nicht alle heil durch die Nacht. Fünf oder sechs Menschen hat die See mitgenommen. Nun, mehr Platz für uns, die es geschafft haben. Ich habe in diesen paar Tagen gelernt, das, wenn es um das eigene und das Überleben der Familie geht, das Mitleid mit Fremden oder auch mit Freunden auf der Strecke bleibt. Die Freude darüber, die Beine nicht mehr ständig angewinkelt halten zu müssen, wiegt mehr als ein Menschenleben. Wir beginnen, so gut wir können, das Wasser aus dem Boot zu schaufeln. Das beschäftigt uns und lenkt ein bisschen davon ab, das wir nur durch eine dünne Wand aus Holz und Glasfaser von den Toten dieser Reise getrennt sind, deren Heimat nun endgültig die tiefe Schwärze des Meeres geworden ist.


Meinem Sohn geht es immer schlechter. Er kann nun liegen, den Kopf in den Schoß meiner Frau gebettet, meiner tapferen Frau. Was habe ich Ihr und meinem Kind angetan? Wie oft habe ich mich innerlich selbst angeschrien, wie ich so dumm sein konnte. Wie oft habe ich daran gedacht, einfach in der Nacht über den Bootsrand zu klettern, um die Scham zu vergessen und die Stille des Todes zu genießen. Doch wer kümmert sich dann um meine Familie?


Das Schiff. Plötzlich war es da, ein großes, dunkelblau angemaltes Schiff, das unsere verklebten Augen erst wahrnahmen, als wir das Motorengeräusch hörten und sahen, wie sich ein Beiboot davon löste und auf uns zukam. Zuerst umkreisten sie uns und blieben ein paar Meter entfernt liegen. Einer der Männer von dem fremden Boot rief uns zuerst auf Englisch und dann auf Französisch an. Unser Bootsführer, ein Lybier, antworte den auf Französisch gestellten Fragen. Ich verstand davon nichts. Doch das Boot kam nun näher und als es längsseits lag, verteilten die Männer Rettungswesten und Plastikflaschen mit Trinkwasser. Wie herrlich schmeckte dieses Wasser. Wie schön war es, mein Kind und meine Frau trinken zu sehen. Ich weinte.


Die Insel. Nachdem wir von den Männern im Beiboot abgeschleppt und an Bord des großen blauen Schiffs gebracht wurden, steuerten wir eine Insel an. Erst später, als wir landeten und in ein Lager kamen, erfuhr ich von einem anderen, der meine Sprache konnte, dass wir auf der griechischen Insel Lesbos waren. Es war eng in dem streng bewachten Lager, aber es gab Essen, Trinken, Kleidung und mein Sohn wurde von einer Ärztin untersucht. Der, der meine Sprache konnte, erklärte mir, das die Insel zwar Europa sei, doch erst weiter im Norden, auf dem Festland, fängt das Paradies an. Ja, nach Paradies sah es hier wahrlich nicht aus. Viele Menschen in Zelten. Jeden Tag Streit und Schlägereien. Trotzdem sollte dies nun für die nächsten Monate der Ort sein, an dem wir leben mussten. Sicher, es gab Essen und Trinken und in der Nacht ein Dach über dem Kopf, aber so viele verschiedene Menschen auf engem Raum. Wie sehr sehnten wir, meine Frau, mein Kind und ich, uns nach zu Hause, auch wenn dies oft Hunger bedeutete. Doch wartete nicht das Paradies auf uns, sobald wir die Überprüfung überstanden hätten? Sie wollten alles von uns wissen und sie nahmen Fingerabdrücke von uns, zapften uns Blut ab und machten Fotos von meinem Kind, meiner Frau und mir.


Der Bescheid. An einem Nachmittag rief mich der Dolmetscher des Lagers in das Verwaltungshaus und teilte mir mit, dass wir aus einem sicheren Land stammen, indem uns keine Verfolgung oder Gefahren durch Krieg drohen. Er sagte mir, dass unsere Asylanträge wahrscheinlich abgelehnt werden und wir zurück müssten. Bis zum endgültigen Bescheid daure es aber noch ein paar Wochen. Es stimmte, in unserem Land ist kein Krieg, kein offizieller Krieg, über den Reporter berichteten und der im Fernsehen zu sehen ist. In unserem Land sterben die Menschen still aus Hunger oder weil selbst einfachste Medizin fehlt. In unserem Land, dessen Bürokratie die der offenen Hand ist, in die erst etwas hineingelegt werde muss, bevor sie Hilfe gibt oder auch nur einen Stempel auf ein Stück Papier drückt. Aber unser Land hat diplomatische Beziehungen. Es hat in Europa eine prachtvolle Botschaft und unsere Politiker reisen gerne dorthin. Wir aber, mein Kind, meine Frau und ich, wir sind Wirtschaftsflüchtlinge, wie mir der Dolmetscher sagte. Wenn wir nach Europa reisen wollen, brauchen wir ein Visum, was wir jedoch nie bekommen.


Habe ich nicht das Recht, meiner Familie ein besseres Leben bieten zu können? Wenn das Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin, mir keine Möglichkeit dazu bietet, muss ich dann gesenkten Kopfes dahin vegetieren und darauf warten, das ich sterbe? Darf ich nur am Fernseher die bessere Welt im Norden betrachten oder hin und wieder die wohlgenährten Touristen beobachten, die sich manchmal in unsere Gegend verirrten? Von denen manche, so erzählte mir ein Freund, Kameras, Handys und Uhren bei sich tragen, die mehr Wert sind als alle unsere Tiere zusammen. Die in unseren Lokalen in einer Stunde mehr Geld ausgeben, als wir in einer Woche erarbeiten können. Bin ich dazu verdammt, ein schlechtes Leben zu führen, nur weil ich zufällig hier und nicht in Europa geboren bin?


Die Flucht. Ich habe mich umgehört. Von Lesbos gibt es für uns keinen Weg auf das griechische Festland, zumindest keinen legalen Weg. Einen Fischer für eine Überfahrt bei Nacht und Nebel zu bezahlen, habe ich kein Geld mehr. Wenn all die Strapazen der Wanderung durch die Wüste, das Grauen der Fahrt mit dem Boot, wenn all das nicht völlig umsonst gewesen sein soll, gibt es nur noch einen Weg, ich muss meine Reise ohne meine Frau und mein Kind fortsetzen. Ich erkläre es ihr und versuche sie zu beruhigen und letztlich willigt sie ein. Was bleibt denn sonst? Die Rückkehr in unser Dorf, ohne Geld. Die Verwandtschaft wiederzusehen, die all ihre Ersparnisse und Hoffnungen in uns investierten? Die ewige Schande und Schuld?


Schon in der nächsten Nacht schleiche ich mich zusammen mit einer Gruppe anderer junger Männer aus dem Lager. In einem kleinen Hafen stehlen wir ein Boot. Einer aus der Gruppe kennt das Meer und hat einen Kompass organisiert. Wir müssen rudern, denn die Motoren werden von den Griechen am Abend abgenommen und eingesperrt. Mit einem Motorboot wären wir in einer halben Stunde auf dem türkischen Festland. Mit den Rudern sind wir vermutlich die ganze Nacht unterwegs. Das wir zuerst in die Türkei müssen, lässt sich nicht vermeiden. Lesbos liegt dicht am türkischen Festland und ist weit vom nächsten griechischen Festlandhafen entfernt. Tatsächlich schaffen wir die Überfahrt, doch nun gilt es, sich an der türkischen Küste entlang nach Norden durchzuschlagen. Wir wandern nur nachts und ernähren uns von den Orangen, die hier in Plantagen wachsen. Manchmal erwischt einer ein Huhn und auch die Abfälle der großen Hotels hier an der Ägäis-Küste sind gute Quellen für Nahrung. Unser Führer, ein Tunesier, der schon einmal abgeschoben wurde, macht den Vorschlag, nicht erst nach Griechenland zu gehen, sondern gleich nach Bulgarien, durch das wir so oder so müssen, wenn wir auf dem Festlandweg bleiben und die EU nicht mehr verlassen wollen. So wandern wir über Wochen und Monate hinweg, immer in der Angst, aufgegriffen zu werden, durch Bulgarien, dann durch Rumänien und Ungarn. Selten, aber ab und zu finden wir Mitfahrgelegenheiten, wobei sich unsere Gruppe immer mehr auflöst. Als dann nach drei Monaten die österreichische Grenze vor uns liegt, sind wir nur noch zu Zweit. Ich weiß nicht, was mit meiner Frau und meinem Kind in der Zwischenzeit geschehen ist. Diese eine Grenze, weiß ich inzwischen ebenso, gilt es noch zu überwinden, dann wird der Weg ins Paradies einfacher.

Wien. Die Hauptstadt von Österreich, es ist schön hier und das Leben recht einfach. Es gibt verschiedene Vereine und Organisationen in der Stadt, die Illegalen ohne Papiere Hilfe anbieten. Manchmal bekomme ich Arbeit als Helfer auf dem Bau oder in einer Fabrik, doch so schön Wien ist, es ist auch teuer. Zum Sparen bleibt von den paar Euro nichts übrig. Immerhin konnte ich erfahren, dass meine Frau und mein Kind immer noch in Lesbos sind. Meine Flucht hat die angekündigte Abschiebung verzögert. Nun bin ich erst einmal hier und lebe von Tag zu Tag. Ich hoffe auf die Chance, die Chance, meine Familie wiederzusehen, auf die Chance, legal hier zu leben und zu arbeiten. Ich glaube, ich habe mir dieses Recht erkämpft, auch wenn es nur Recht in meinen eigenen Augen ist und nicht Recht nach den Gesetzen der EU. Wenn ich mich für etwas schämen muss, dann dafür, meine Familie dieser Tortur ausgesetzt zu haben und diese Scham verspüre ich jede Stunde meines Lebens. Für alles andere schäme ich mich nicht. Menschlich leben zu wollen und dafür auch gegen Gesetze zu kämpfen, die dies verhindern, ist kein Grund, sich zu schämen. Ich bin nun im Untergrund des Paradieses und ich bin nicht allein.

Malis trauriges Ende

Vor drei Jahren war Mali ein süßer kleiner Welpe. Sie gehörte zu einem Wurf von 7 weiteren Welpen, die zusammen unter einem rostigen Stück Wellblech, kaum geschützt vor Regen oder Sonne, irgendwo in den Straßen Puerto Platas auf die Welt kamen. Schon ihre Mutter war eine Straßenhündin der dritten Generation, die durch die Straßen der Stadt schlich, immer auf der Suche nach Essbarem. Meist waren und sind es Essensreste aus den Abfällen, die am Straßenrand liegen. Reis, Kochbananen, Bohnen, verfaultes Obst und mit viel Glück mal ein Hühnerknochen, aber sehr selten. Auch weggeworfene Babywindeln werden nicht verschmäht. Kinderkacke ist voller Proteine. Wenn etwas dabei war, das im Maul transportiert werden konnte, schleppte es die Hundemutter zu den Welpen in ihr Versteck.

Von den 8 Welpen überlebten 3 die erste Woche nicht.

Die Welpen sterben überwiegend durch Befall mit inneren wie äußeren Parasiten. Vor allem die Hundezecke saugt die jungen Tiere wortwörtlich aus. Oft sind es hunderte der kleinen Spinnentiere, die sich in die Haut der Welpen verbeißen. Überall sind sie zu finden, an den Augenrändern, unter den Achseln, zwischen den Zehen. Für eine mit Blut vollgesogene Zecke, die vom Welpen abfällt, wandern bereits weitere über das Tier, bis sie eine ihnen genehme Stelle gefunden haben. Ebenso setzen den Jungtieren Flöhe zu.

Darmparasiten sind die inneren Feinde der Welpen. Die Würmer vergreifen sich an der aufgenommenen Nahrung und scheiden ein Sekret aus, wodurch die Welpen dauerhaft Durchfall bekommen und langsam dehydrieren, austrocknen. In der Regel überleben die schwächsten jeden Wurfs diese Tortur nicht. Mali schaffte es irgendwie, die erste 6 Monate zu überstehen, obwohl das Muttertier einen Monat nach der Geburt von der Essenssuche nicht mehr zurückkehrte.

Die Gefahren in den Straßen der Stadt sind für Hunde vielfältig

Kein Mensch zählt die Tiere, die auf den Straßen Hispaniolas täglich ums Leben kommen. Die Verkehrsverhältnisse in der Dominikanischen Republik als chaotisch zu bezeichnen, ist stark untertrieben. Es gibt zwar offiziell Führerscheine, für deren Aushändigung ebenso offiziell eine recht einfache Fahrprüfung erfolgen soll, doch meist genügt es, dem Prüfer ein „Geschenk“ zu machen, um den Führerschein zu erhalten. Verkehrsregeln werden weitgehend ignoriert, auch von der Polizei selbst.

Doch Autos, Roller und Motorräder sind nicht die einzigen Gefahren. Manche Einwohner hassen Hunde regelrecht und geben diesen Hass an ihre Kinder weiter. Die Tiere werden mit Fußtritten, Stöcken und Macheten attackiert. Oft sieht man Hunde mit schrecklich klaffenden Wunden herumlaufen. Auf der anderen Seite sind Welpen Spielzeuge für Kinder, bis sie zu groß dafür sind und die Kosten für Nahrung und Tierarzt zu viel werden. Dann wird das Spielzeug einfach auf die Straße gesetzt. Nicht selten machen sich die „Besitzer“ nicht einmal die Mühe, die Tiere weiter entfernt auszusetzen. Sie sperren sie einfach aus. Dabei sind Dominikaner geradezu Meister der Ignoranz. Ein Tier kann stundenlang vor der Haustüre, hinter der einmal das Zuhause des Hundes war, bellen oder heulen. Es wird schlicht und einfach überhört.

Malis tristes Leben

Als das Muttertier nach einem Monat nicht mehr auftauchte, begannen die noch übriggebliebenen 5 Welpen, sich selbst auf die Suche nach Futter zu machen. Sie kamen noch einige Zeit an den Ort ihrer Geburt zurück, doch mehr und mehr verloren sie sich in den Straßen der Stadt. Jedes Tier suchte sich ein Revier, von dem es sich vor allem Futter versprach. So auch Mali, die einige Straßen mit ein paar Restaurants auserkor, nun ihre „Heimat“ zu sein. Sie war jedoch nicht der einzige Hund in dieser Gegend. Es gab mehrere Rüden und Hündinnen und Mali stand weit hinten in der Hierarchie. Sie musste lernen, dass sie nur dort betteln und im Abfall suchen durfte, wo sie die anderen ließen. Dafür war sie eine Hündin und damit gehörte sie automatisch zum „Harem“ des Alpharüden, zusammen mit ihrer Jugend brachte dies ihr ein paar kleine Vorteile.

Doch nach ungefähr einem Jahr wurde Mali trächtig. Ihr erster Wurf waren 6 Junge, eines davon eine Totgeburt. Mali leckte alle 6 Welpen trocken. Das tote Jungtier fraß sie zusammen mit den Nachgeburten auf. Ihr „Nest“ war eine schmutzige Ecke eines Betonbodens in der Ruine einer zerfallenen Holzhütte. Nun war es an Mali, täglich auf Nahrungssuche zu gehen. Sie hatte inzwischen gelernt, sich durchzubeißen und stand als Muttertier jetzt höher in der Rangliste des lockeren Hunderudels dieses Stadtviertels. Trotzdem blieb die Nahrungsgrundlage meist Abfall.

Malis letzte Tage

Die Hündin schaffte es, ihre Jungen großzuziehen, um nur etwa 6 Monate nach deren Geburt wieder trächtig zu werden. Auch diesen Wurf, diesmal 5 Junge, brachte sie über die ersten 6 Monate, um sie dann wegzubeißen. Dann kam nach erneuter Trächtigkeit die Geburt des dritten Wurfs, zwei Monate später. Mali war jetzt rund 3 Jahre alt. Die 6 Jungen waren gesund, doch bei Mali selbst hatte sich die Gebärmutter entzündet.

Die ersten Wochen konnte sie ihre Jungen noch säugen, doch begann sie, aus dem After zu bluten. Das eh schon magere Tier, das sich praktisch nur von Abfall ernähren konnte und dazu die Milch für ihre Kinder produzieren musste, fiel immer mehr zusammen. Jede einzelne Rippe Malis trat deutlich hervor. Ihr Fell wurde struppig und begann auszufallen. Der entzündete Uterus schmerzte von Tag zu Tag mehr und gleichzeitig suchten die Welpen an ihren Eutern vergeblich nach Milch.

Nach 6 Wochen war Mali am Ende ihrer Kräfte. Sie lag in ihrem Versteck auf dem nackten Betonboden und blutete immer stärker. Ihre Jungen strichen hilflos um sie herum. Sie atmete immer schneller, während draußen ein heftiger Tropenregen niederging. Immerhin blieb es ihr erspart, im Regen zu sterben. Eines der Jungen leckte sie am Maul, um sie dazu zu bringen, aufzustehen, doch Mali litt ungeheure Schmerzen und winselte nur noch, bis die durch den entzündeten Uterus ausgelöste Blutvergiftung ihr kleines Herz erreichte und mit einem letzten, tiefen Atemzug schloss sie für immer ihre Augen.








2020 – wie ich Corona erlebte

 Bis zum 5. April 2020 war der Coronavirus für mich persönlich zwar allzeit in den Medien präsent und im Alltag durch die Schutz-Maßnahmen, ...