Diese Geschichte ist wahr, jedoch stammt sie aus einem in Französisch abgefassten Bericht, der dazu noch unvollständig ist. Die Übersetzung gestaltete sich schwierig, auch deshalb, weil Abkürzungen aus dem französischen Militärjargon des Zweiten Weltkrieges verwendet wurden.
In diesem Bericht geht es um einen französischen Arzt mit Namen Hollecker, auf den ich im Zuge meiner persönlichen Ahnenforschung stieß. Irgendwie muss er mit mir verwandt sein, denn der Nachname Hollecker kommt ursprünglich aus einem kleinen Dorf im Elsass, von dem alle anderen Hollecker, auch die deutsche Linie, abstammen.
Die ganze Geschichte spielte sich in einem winzigen Dorf in Nordfrankreich ab, in Leglantiers. Das ist ein Nachbarort der Gemeinde Aubigny. In diesem Aubigny liquidierte am 24. Mai 1940 die 13. Infanteriedivision der Wehrmacht 50 verwundete Soldaten der Tirailleurs sénégalais. Das war eine Einheit des französischen Heeres, die nur aus Männern bestand, die aus dem ehemaligen Französisch-Westafrika (heute Senegal) kamen und entsprechend dunkelhäutig waren. Der Grund für die Erschießungen war einzig und allein die Hautfarbe der Soldaten. Die 13. Infanteriedivision gehörte nicht zur Waffen-SS, sondern zur Wehrmacht. Dass nur als Hinweis darauf, dass die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg genauso rassistische Verbrechen beging wie SS oder Waffen-SS. Nach der Genfer Konvention hätten die 50 verwundeten Soldaten versorgt und dann in die Gefangenschaft überführt werden müssen.
Diese Erschießungen sollten in einem Nachbarort, eben in Leglantiers, fortgesetzt werden, doch genau dort begann die Geschichte des Helden in der Familie Hollecker. Nachfolgend nun der unvollständige Bericht in der Übersetzung aus dem Französischen:
Leutnant
Hollecker, der Arzt der 24-Stunden-RTS, der die Erschießung von
fünfzig verwundeten Afrikanern in Aubigny aufgezeichnet hatte,
betreute in der Nacht von g auf Juni zwölf verwundete Tiraillcurs im
Keller eines Hauses. Hollecker, der fließend Deutsch sprach, hoffte,
sie zu retten, indem er sich den Deutschen ergab. Als er Schreie und
Schüsse hörte, die er den nahe gelegenen Hinrichtungen von
Tirailleuren zuschrieb, verließ er den Keller und rief eine Gruppe
von zehn deutschen Soldaten auf. Er identifizierte sich als Arzt und
forderte die Soldaten auf, seine verwundeten Männer zu retten, die
er gemäß den Konventionen über die Kriegsführung bewaffnet hatte.
Als die Gruppe jedoch vor dem Haus ankam, um die Verwundeten zu
schützen, fragte einer der Soldaten, ob sich dort Schwarze befänden.
Als der Soldat hörte, dass alle Verwundeten Schwarze waren, ging er
zur Entlüftungsöffnung des Kellers, riss die Decke ab und war
bereit, seine Handgranate abzuschießen. Hollecker sprang fast auf
den Soldaten und appellierte an seine menschlichen Gefühle. Ein
Deutscher, der sich als Missionar ausgab, kam Hollecker zu Hilfe.
Dies war genug, um das Massaker zu verhindern, und die Gruppe
deutscher Soldaten half Hollecker, die Verwundeten aus dem Keller zu
einem sichereren Ort zu bringen
Währenddessen
versuchten Gruppen von Westafrikanern und verstreuten weißen
Soldaten und Offizieren, die Verteidigungslinie zu durchbrechen, die
die Deutschen im Süden errichtet hatten. In Erguinvillers wurden
viele nach kurzem Kampf von den Deutschen gefangen genommen. Nach der
Trennung von weißen und schwarzen Soldaten. Die Deutschen stellten
Maschinengewehre auf und begannen, die Schwarzen zu erschießen.
Diejenigen, die zu fliehen versuchten, wurden ebenfalls getötet. Bei
Lucien Carat. Ein Offizier der 16. RTS, protestierte, deutsche
Offiziere antworteten, dass einige Tirailleure versucht hatten zu
entkommen, indem sie deutsche Wachen mit ihren Coupé-Reupes
verwundet hatten. Carrats Forderung, Beweise für das Verbrechen zu
sehen, wurde abgelehnt und ihm wurde gesagt, dass "eine
minderwertige Rasse es nicht verdient.
DEUTSCHE INKONSISTENZEN
Es
wäre verlockend, die Untersuchung an dieser Stelle abzuschließen
und zu der Schlussfolgerung zu gelangen, dass die Deutschen schwarze
Kriegsgefangene getötet haben, weil sie von einem halluzinatorischen
Rassismus besessen waren, der sie dazu veranlasste, schwarze Soldaten
als illegitime Kämpfer abzusichern. Dies würde jedoch den komplexen
Gegebenheiten der Logo-Kampagne nicht gerecht. Trotz der weit
verbreiteten Antiblack-Vorurteile. Die Aktionen deutscher Einheiten
gegenüber schwarzen Kriegsgefangenen waren höchst inkonsistent.
Einige töteten schwarze Kriegsgefangene, andere nicht. Oft gab es
sogar innerhalb derselben Einheit Inkonsistenzen. Trotz des Mangels
an genauen Zahlen können wir plausibel sagen, dass die Mehrheit der
schwarzen Kriegsgefangenen nach der Gefangennahme nicht getötet
wurde. '
In Ermangelung einer allgemeinen
Anordnung in Bezug auf schwarze Kriegsgefangene scheint es, dass
jeder Beamte seine eigene Entscheidung über die Behandlung dieser
Gefangenen treffen musste. Diese Autonomie ermöglichte es gefangenen
französischen Offizieren, auf die deutschen Kommandeure Einfluss zu
nehmen, und verursachte große Unstimmigkeiten. Manchmal könnte ein
französischer Appell an die menschlichen Gefühle der Deutschen
helfen. Wir haben gesehen, wie Dr. Hollecker ein Massaker an
Verwundeten abgewendet hat.
Ich habe versucht, mehr über diesen Dr. Hollecker herauszubekommen, doch vergeblich. Er taucht außer in diesem Kriegsbericht nirgends auf, obwohl ich auch französische Quellen bemühte.
Im 17. Jahrhundert fing es an, vermutlich
Der älteste dokumentierte Hollecker war ein Andre oder Andreas Hollecker, der entweder 1685 oder 1695 (zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV) in Schirmeck oder Natzwiller auf die Welt kam. Die beiden Ortschaften liegen dicht nebeneinander, etwa 100 Kilometer westlich von Straßburg. Frankreich ist eindeutig das Stammland der Hollecker. In der genealogischen Datenbank werden 1.211 Hollecker, die in Frankreich geboren sind, aufgeführt. Gefolgt von den USA mit 73 nachgewiesenen Geburten, Österreich mit 19, Deutschland mit 13 und im Weiteren gibt es den Namen auch in Kanada, Russland, Belgien, Ungarn, der Ukraine und der Schweiz.
Wer einen eher seltenen Nachnamen hat, kann hier auch mal auf die Suche gehen. Für Allerweltsnamen wird es jedoch schwierig. Müller, der häufigste Nachname, ist über 1,1 Millionen Mal gelistet, auch Schneider und Schmidt gibt es über 1 Million Mal, gefolgt von Muller, auch über der Millionengrenze und erst der Name Weber taucht „nur“ 960.000 Mal auf.
Wie funktionierte die Namensbildung bei Hollecker?
Während es bei Nachnamen wie Müller recht einfach ist, den Nachnamen herzuleiten, weil vermutlich ein Vorfahre Mehl gemahlen hat, ist das bei seltenen Nachnamen schwieriger. Meine Vermutung geht dahin, dass sich einer meiner Vorfahren mit dem Sammeln von Eicheln beschäftigte, die früher auch Ecker genannt wurden. Also hohl Eckern = Hollecker. Eichelsamen waren früher ein häufiger Bestandteil der Nahrung, zumal es zu dieser Zeit weit mehr Eichenbäume in Europa gab als heute. Noch in den beiden Weltkriegen dienten Eicheln als Ersatzkaffee.
So also kam der Name Hollecker in die Welt und zumindest einer aus dieser Sippe darf mit Recht die Bezeichnung Held tragen, ich bin es jedoch nicht.
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